Corlis Ringoot (672 - 712 n.I.)

Corlis Ringoot war ein thiioer Schriftsteller, der als einer der Hauptvertreter des Antisentimentalismus gezählt wird. Er schloss sich einige Jahre vor seinem Tod allerdings auch noch den Schreiern an.

 

Ringoot entwickelte das Grundprinzip des Antisentimentalismus weiter und begründete einen Stil, den er "Rauwörter-Technik" nannte.

In diesem Stil werden ausschließlich Handlungen dargestellt, häufig ungewöhnliche bis zu absurde, aber ohne eine wie immer geartete auktoriale Haltung dem gegenüber. Ringoot als Schreiber kommt lediglich die Position des Chronisten zu, während seine Figuren, die sehr wohl in ihren Handlungssträngen leiden, oft nicht einmal erwähnt werden. Im Gegensatz zu Höckärag, der oft substantivierte Adjektive als Subjekt verwendet, lehnt Ringoot diese Technik als „von der Sache ablenkend ab.“ Stattdessen nummeriert er seine Personen durch und setzt an den entsprechenden Stellen die Nummer ein (häufig in Klammern, verteckt am anderen Ende des Satzes, oder an einer Stelle, wo eigentlich eine Zahl als solche stehen müsste. Das Fehlen des Subjektes im Satz wird bei ihm zu einer eigenständigen Stileinheit, was ihn von den anderen Antisentimentalisten deutlich abhebt. Ein weiteres Stilmerkmal ist das sogenannte Rauwort. Ringoot erkannte, dass ohne explizite Subjekte ein Wechseln zwischen verschiedenen Personen schwer nachvolziehbar ist, führte daher ein Wort ein, dass, völlig für sich allein stehend, eine neue Person ankündigt. Das Wort ist meist ein Verb, nämlich das, welches die aktuelle Handlung der gewünschten Person ausdrückt, allerdings steht es in einer substantivierten Form da. Ringoot selbst gab zu, dass er hier – zugunsten des weniger ausdauernden Lesers – doch eine Abweichung von seinem Gesamtstil zuließ, da „sonst in alle Himmelsrichtungen die Leser flüchten.“

 

 

Seinen Durchbruch erzielte Ringoot mit „Gewaltig bemüht“, in dem erstmals der Rauwort-Stil verwendet wird, wenn auch nicht in seiner späteren Entfaltung. Die nachfolgenden Werke kamen beim Publikum wesentlich weniger an, was vielleicht an der ungewöhnlich komplizierten Handlung lag. Dazu der Kritiker Rewin Botié: „Die Leser wollen keine Rätsel. Dieses Buch [Alt wartet] wird mir und den meisten Lesern wohl immer ein Rätsel bleiben.“

 

Nach diesen Misserfolgen beschloss Ringoot, sich von dem zunehmend verkomplizierten Rauwort-Stil abzuwenden und schrieb einige kurze Gedichtsammlungen, von denen eine, nämlich „Rote Birkenzweige abgelegt“ später sehr bekannt wurde, vor allem weil Gosef Gaar ihm ein Kapitel widmete.

 

In seinen letzten Jahren wandte sich Ringoot völlig vom Antisentimentalismus ab und schloss sich einer neu formierten Gruppe von „Schreiern“ an. Die Schreier waren ein Gedichtverband (ursprünglich lautete ihr Name „Ausdruck der Seele“) der aus Trotz den Spottnamen „Schreier“ annahm, weil sie sich gegen die Masse an immer eintönigeren Kurzromanen im Stile Sidöts behaupten wollte. Ringoot ging in den hochgehenden Wogen des Literaturstreits völlig unter, seine späten Werke verbrannten teilweise im Straßenbrand von 711.

Ringoot starb im Winter 712 n. I.

WICHTIGE WERKE

 

Antisentimentalistische Romane

Hoch gelärmt (694 n.I.)

Gewaltig bemüht (695 n.I.)

Grau gemacht (697 n.I.)

Selbst reihum (700 n.I.)

Alt wartet (703 n.I.)

 

Antisentimentalistische Gedichtbände

Blaues Sorgen (708 n.I.)

Rote Birkenzweige abgelegt (710 n.I.)

 

Gedichte im Stil der Schreier

Unrecht! Unwissen! (711 n.I.)

Niedertracht der Existenz (712 n.I.) (nur wenige Exemplare überlebten den Brand; galt lange als verschollen)