Gosef Eubrosyus Gaar (717 - 807 n.I.)

war ein thiioer Romancier und Theaterautor.

 

Gaars Bedeutung als Literat und Förderer von aufstrebenden Künstlern in Thiios ist unumstritten, auch wenn sein Werk ob seines gewaltigen Umfangs meist kaum diskutiert wird.

 

Gaar wuchs als Sohn einer alt-adligen Familie auf, weswegen er sich, nach eigenen Angaben, um sein Auskommen nie Sorgen habe machen müssen. Bereits früh wurde er von seinem Vater Enno Gaar, einem angesehenen Literaturkritiker, in die Literatur eingewiesen, lernte vor allem Sidöt und Atin von Sauerstein genau kennen. Nach dem frühen Tod seines Vaters verbrachte er einige Jahre als Geschichtestudent, bevor er sich schließlich dem Schreiben zuwandte.

 

Gaar ist der Nachwelt besonders durch seinen berüchtigten Schreibzwang bekannt, der sich darin äußerte, dass er eine schiere Unzahl von Büchern erarbeitete. Seine ersten Werke kennzeichnen sich durch eine noch raue Behandlung der Sprache und relativ unkomplizierte Plots, die sich meist direkt auf Werke anderer Literaten beziehen, oft historische Personen wie den Philosophen Atin Ulre von Kessus behandeln. Vom ersten veröffentlichten Buch an (seine ersten vier Romane wurden aufgrund testamentarischer Verfügung bis heute nicht veröffentlicht) trugen seine Bücher keine Titel, vielmehr lediglich Nummerierungen.

In den Büchern Eins, Zwei und Vier behandelt er das Leben und Umfeld des Philosophen Atin Ulre von Kessus, dessen praktische Philosophie im extremen Kontrast zu der differenzierten Komplexität des bürgerlichen Lebens seiner Zeit stand. Dieser Zwiespalt wird von Gaar immer wieder neu beleuchtet, wobei er eine große Zahl an Nebenfiguren einführt, die er in seinen späteren Romanen wieder aufgreifen sollte.

 

Grundsätzlich hängen fast alle Werke Gaars untrennbar miteinander zusammen. Ausnahmen sind "Die Wächter der Stille", dass er zusammen mit Atin Aolay verfasst hatte (übrigens noch vor den Buch "Eins"), das Lyrische Sagenbuch, ebenfalls zusammen mit Aolay, sowie das Spätwerk "Das Buch der Langeweile", sein einziger Roman, der aus der Nummerierung herausfällt (er entstand parallel zu den Romanen Dreiundfünfzig, Vierundfünfzig und Fünfundfünfzig). Dieses Buch stellt sowohl eine Parodie auf sein Werk selbst dar, ein ironisches Selbstportrait, eine Reaktion auf die Pressestimmen, die seinen Büchern eine gewisse Monotonie bescheinigten, als auch ein Experiment, das als Quintessenz seines Schaffens betrachtet werden kann. Innerhalb des Buches ist alle Handlung, jede Person, jeder kleinste Gedanke aus einem Kernmotiv gesponnen, das sich stetig wiederholt und sich so selbst bekräftigt. Die Langeweile wird auf die Spitze getrieben in dem er mehreren Protagonisten Wort für Wort das selbe widerfahren lässt, mit lediglich minimalen Abänderungen, die jedoch für das Verständnis der Handlung entscheidend sind - weswegen ein Überlesen der wiederholten Abschnitte sich als nicht ratsam herausstellt.

 

Das "Buch der Langeweile" brachte seine Kritiker in große Schwierigkeiten. Einerseits bestätigte er selbst das Klischee von den endlosen Wiederholungen in Gaars monströsem Gesamtwerk selbst, andererseits kam der Titel des Buches einer Provokation gleich, die man nicht hinnehmen konnte.

 

Gilgameis Nathan, sein schärfster Kritiker, verzweifelte ob der verfahrenen Situation und schrieb die berühmte "Kritik der praktischen Irreführung", welche in der Zeitschrift "Wegenblatt" erschien, und ihm zu einer zweifelhaften Berühmtheit verhalf. Nathan stellte darin in einem einzigen kurzen Absatz die ganze Handlung von Gaars Buch zusammen, gefolgt von dem Hinweis, man könne sich das Buch nun sparen, wiederum allerdings gefolgt von dem Hinweis, das Buch müsse unter allen Umständen von den Lesern ferngehalten werden, da es auf unmenschliche Quälerei hinauslief. Die Verkaufszahlen des "Buches der Langeweile" schnellten daraufhin rapide in die Höhe und verhalfen auch dem Rest seines Werkes eine größere Bekanntheit.

 

Mit zunehmenden Alter verschlimmerte sich der Schreibzwang Gaars und er schrieb oft tagelang durch, ohne viel Zeit an Nahrungsaufnahme zu verschwenden.

 

Ein einziges Theaterstück stammt aus seiner Feder, dieses hat jedoch einige hundert Szenen, und dauert in der Gesamtlänge etwa zwei Tage reine Spielzeit. Versuche, das Theaterstück in seiner vollen Länge aufzuführen, sind bislang gescheitert, darunter auch so prominente wie die von Olit Vassjaoga und Jönmuriy Braisilaun.

 

Eine wichtige Rolle hat Gaar vor allem auch als Förderer und Mäzen von Atin Aolay und Tremna Valloroust inne, deren Werk ohne seine Unterstützung wohl kaum möglich wäre. Gaar ermöglichte die Uraufführung von "Stiller Same Einsamkeit" von Valloroust, und er verschaffte Aolay in Thiios eine Wohngelegenheit und geregeltes Einkommen bis zu dessen frühen Tod.

Theaterautoren wie Olit Vassjaoga haben sich immer wieder am Stil Gaars orientiert, wenn es darum ging, um eine einfache Idee herum ein komplexes Gedankengebäude zu konstruieren.

 

WICHTIGE WERKE

 

Die Wächter der Stille (Romanfragment, zusammen mit Atin Aolay)

Lyrisches Sagenbuch (Gedichtband, zusammen mit Atin Aolay)

Eins (Roman)

Vierundvierzig (Roman)

Das Buch der Langeweile (Roman)

Siebenundfünfzig (Roman)

Theaterstück Nr.1 (Drama in 114 Szenen)

 

(Artikel von 2011,2013)